Willkommen auf der Nürnberger Partymeile
Nachlese vom Red Bull District Ride
Moment mal, so langsam kommt meine Stimme wieder. Ein Wahnsinn diese Veranstaltung. So viele Leute auf einen Fleck, habe ich noch nie bei einem Event gesehen oder gehört. Die komplette Innenstadt von Nürnberg war grammelt voll. Na gut, diejenigen, die am Freitag schon da waren, hatten klar ihre Vorteile. Denn die wussten schon vorab, wo man am Besten was zu sehen bekommt. Die verschiedenen Districte waren super aufgebaut. Nur was nicht ging, war einmal den anschauen, dann den nächsten. Wie denn? Bei so vielen Leuten konntest du froh sein einen Blick auf den Monitor zu erhaschen. Ein schnelles Durchkommen war unmöglich bei so einer Menschenmasse(letztes Mal waren es 40 000 Leute – heuer bestimmt mehr).
Was aber der Leistung der Jumper keinen Abbruch tat. Grandios, was die so leisten. Mein besonderer Favorit bei den Tricks der Jungs war der Kiss of Death von Andreu Lacondeguy. Ich kenne diesen Move nur vom FMX, aber mit dem Radl? Respekt kleiner Mann.
Das Ergebnis übertraf natürlich alle meine Erwartungen, denn Sam Pilgrim machte schon alles im ersten Durchgang klar und konnte so ganz locker den Zweiten bestreiten. Reynolds sah, dass andere doch noch a bisserl besser sind, aber er mausert sich im Fahrwasser der 2 Großen (Pilgrim und McDermott). Apropos Lance hatte sich leider am Freitag verletzt und brachte nicht mehr seine gewohnte Leistung. Martin Söderstrom hat wieder zur alten Stärke gefunden.
Nur hier fand auch die Zukunft unseres Sportes statt. Dieser kleine quirlige Kanadier Messere, stahl fast den „alten Herren“ die Show. Je grösser die Sprünge, desto lieber war es dem erst 15-jährige Whistlerboy. Hätte es ihm nicht in einer Kurve zerlegt, wäre er bestimmt im 2. Run noch weiter vor gekommen. Da wächst der nächste Superstar heran. Die deutschen Asse sah man leider nur am Truck eines bekannten Brillensponsors glänzen.
Obwohl, Amir war ja auch noch da, aber leider ein wenig unscheinbar. Berrecloth tat das, was er immer tat, das Notwendigste um in der Liste zu erscheinen. Warum sollte er sich auch mehr anstrengen, er war ja eh gesetzt. Ich hatte von ihm mehr erwartet, aber die 2. Ligajungs drängten schon im Eiltempo heran. Genon, Bizet, Reynolds, Theo aus Schweden scheißen sich einfach nichts und das merkt man einfach.
Mein Fazit vom District:
Super Veranstaltung – super Leistung von den Jungs und vor allem auch den Erbauern. Wahnsinnig viele Leute – ganz ehrlich, mir waren es zu viele. Ich bin es gewohnt den Kontakt zu den Fahrern zu haben. Ich finde es eine super Idee, den Städtern unseren Sport näher zu bringen. Nur habe ich auch noch nie so viele Poser und Möchtegern-Biker wie in Nürnberg gesehen. Nur Markenklamotten und auffallen um jeden Preis. Was einen bitteren Nachgeschmack brachte, waren die zahlreichen Glasscherben, die auf dem Boden verteilt waren.Stellenweise sah man richtig Partymeilen, wie wir sie von der Fußball–WM kennen. Alkohol gab es an jeder Ecke und zum Glück hatte man humane Preise, nicht wie bei der letzten Messe in München.
Man musste einfach dabei sein, um mitreden zu können, aber ich bin und bleibe ein einfacher Sportler, der sich mit solchen Großveranstaltungen nicht identifizieren kann. Denn der Kontakt zu den Jungs ist wichtig und bei solchen Events geht der sonst so familiäre Wettkampfcharakter einfach verloren. Deshalb sieht man mich lieber bei kleineren Veranstaltungen, als bei solchen Präsentationen auf der Partymeile Nürnberg.
Der Revolluzzer
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