Montag, 12. September 2011

District Nürnberg Nachlese

Willkommen auf der Nürnberger Partymeile

Nachlese vom Red Bull District Ride


Moment mal, so langsam kommt meine Stimme wieder. Ein Wahnsinn diese Veranstaltung. So viele Leute auf einen Fleck, habe ich noch nie bei einem Event gesehen oder gehört. Die komplette Innenstadt von Nürnberg war grammelt voll. Na gut, diejenigen, die am Freitag schon da waren, hatten klar ihre Vorteile. Denn die wussten schon vorab, wo man am Besten was zu sehen bekommt. Die verschiedenen Districte waren super aufgebaut. Nur was nicht ging, war einmal den anschauen, dann den nächsten. Wie denn? Bei so vielen Leuten konntest du froh sein einen Blick auf den Monitor zu erhaschen. Ein schnelles Durchkommen war unmöglich bei so einer Menschenmasse(letztes Mal waren es 40 000 Leute – heuer bestimmt mehr).

Was aber der Leistung der Jumper keinen Abbruch tat. Grandios, was die so leisten. Mein besonderer Favorit bei den Tricks der Jungs war der Kiss of Death von Andreu Lacondeguy. Ich kenne diesen Move nur vom FMX, aber mit dem Radl? Respekt kleiner Mann.
Das Ergebnis übertraf natürlich alle meine Erwartungen, denn Sam Pilgrim machte schon alles im ersten Durchgang klar und konnte so ganz locker den Zweiten bestreiten. Reynolds sah, dass andere doch noch a bisserl besser sind, aber er mausert sich im Fahrwasser der 2 Großen (Pilgrim und McDermott). Apropos Lance hatte sich leider am Freitag verletzt und brachte nicht mehr seine gewohnte Leistung. Martin Söderstrom hat wieder zur alten Stärke gefunden.
Nur hier fand auch die Zukunft unseres Sportes statt. Dieser kleine quirlige Kanadier Messere, stahl fast den „alten Herren“ die Show. Je grösser die Sprünge, desto lieber war es dem erst 15-jährige Whistlerboy. Hätte es ihm nicht in einer Kurve zerlegt, wäre er bestimmt im 2. Run noch weiter vor gekommen. Da wächst der nächste Superstar heran. Die deutschen Asse sah man leider nur am Truck eines bekannten Brillensponsors glänzen.
Obwohl, Amir war ja auch noch da, aber leider ein wenig unscheinbar. Berrecloth tat das, was er immer tat, das Notwendigste um in der Liste zu erscheinen. Warum sollte er sich auch mehr anstrengen, er war ja eh gesetzt. Ich hatte von ihm mehr erwartet, aber die 2. Ligajungs drängten schon im Eiltempo heran. Genon, Bizet, Reynolds, Theo aus Schweden scheißen sich einfach nichts und das merkt man einfach.

Mein Fazit vom District:
Super Veranstaltung – super Leistung von den Jungs und vor allem auch den Erbauern. Wahnsinnig viele Leute – ganz ehrlich, mir waren es zu viele. Ich bin es gewohnt den Kontakt zu den Fahrern zu haben. Ich finde es eine super Idee, den Städtern unseren Sport näher zu bringen. Nur habe ich auch noch nie so viele Poser und Möchtegern-Biker wie in Nürnberg gesehen. Nur Markenklamotten und auffallen um jeden Preis. Was einen bitteren Nachgeschmack brachte, waren die zahlreichen Glasscherben, die auf dem Boden verteilt waren.Stellenweise sah man richtig Partymeilen, wie wir sie von der Fußball–WM kennen. Alkohol gab es an jeder Ecke und zum Glück hatte man humane Preise, nicht wie bei der letzten Messe in München.

Man musste einfach dabei sein, um mitreden zu können, aber ich bin und bleibe ein einfacher Sportler, der sich mit solchen Großveranstaltungen nicht identifizieren kann. Denn der Kontakt zu den Jungs ist wichtig und bei solchen Events geht der sonst so familiäre Wettkampfcharakter einfach verloren. Deshalb sieht man mich lieber bei kleineren Veranstaltungen, als bei solchen Präsentationen auf der Partymeile Nürnberg.

Der Revolluzzer

Eurobike 2011- Nachlese ehrlich

Eurobike 2011

Wie soll man jetzt diese Radlmesse mit einem Wort beschreiben?
BOMBASTISCH (aber mit Abstrichen)
Was wäre positiv zu erwähnen?
Endlich wieder eine Messe, die sich gelohnt hat (im Gegensatz zu München). Da ist nicht mal mehr die rapide Zunahme der E-Radl sehr aufgefallen.
Übrigens wird es jetzt ersichtlich, wie sich diese Art von Radl unterscheiden. Nämlich in E-Radl für Halbfaule (diese Pedelecs), bei denen man(n) oder Frau mittreten muss oder die anderen, für die ganz Faulen, die gar nimmer treten wollen. Dies wird sofort bemerkt, wenn man sich diese Teile näher ansieht. Jetzt verstecken sie schon ganz geschickt die Akkus, damit es nicht sofort als E-Radl erkannt wird. Jede Radlfirma muss auf diesem Markt mit mindestens einen Typen vertreten sein. Und wenn man den Verkaufszahlen trauen darf, sind diese Radl der Renner. Warten wir es ab was dran ist.

Dann wurde die Messe richtig von 29er überrollt. Überall standen diese Großradl herum. Inzwischen schauen diese Art von Bikes nicht mehr zusammengeschachtelt aus wie letztes Jahr. Man hat auch auf dem heimischen Markt auf die Entwicklung in den USA reagiert. Jetzt bekommt man echt jede erdenkliche Variante zu kaufen. Egal ob Hardtail, Fully, aus Carbon, Alu oder Titan....

Was noch zu bemerken wäre, waren die wunderschönen Carbonbikes, die endlich auch erschwinglich wurden. Nur bei näherem Hinschauen musste man feststellen, dass manche Formen doch bei mehreren Firmen sehr starke Ähnlichkeiten aufweisen. Auffällig waren besonders die Fullies mit dem Tragegriff. Ich würde sagen – besonderes Merkmal – packen sie es ein.
Oder nehmen sie es selbst in die Hand und sehen sie wie leicht es ist.

Was gab es Negatives?

Ein ganz großes Minus bekommen die Firmen, denen der normale Kunde sichtlich am A... vorbei geht. Habt ihr eigentlich schon mal bemerkt, dass wir das sind, die eure Radl kaufen? Aber nein, entweder stand man als Normalsterblicher vor Absperrband, wie bei unseren österreichischen Nachbarn, wenigstens war das Band in den Landesfarben. Oder man packte schon Samstagvormittag seine 7 Sachen ein.
Da willst dir neue Radl anschauen, fachsimpeln und stehst vor lauter Kartons.

Super Freunde – ich bin richtig stolz auf euch.

Da reißen euch die paar Firmen, die sich rührend um die kleine Kundschaft kümmern, auch nicht raus.(Überall sah man die coolen Brillen mit den fetzigen Farben von Six Pack. Und der Stand von Ghost war bei ihrer Verlosung gerammelt voll.

FAZIT :
Ein Punkt war gravierend. Das Publikum hat sich verändert. Vermehrt sah man die absoluten NICHT-SPORTLER, sei es wegen der Gewichtsklasse oder einfach altersbedingt. Aber diese Entwicklung zeichnete sich schon in München bei der Messe ab.

Nur weh tat es, als Cedric Garcia am Stand von Santa Cruz für Autogramme saß und niemand es bemerkte. Ok fast niemand, denn nachdem er mich erkannte, quatschten wir halt ein bisschen mehr als sonst. Hat ja eh niemanden gestört.
Was noch zu erwähnen wäre, waren die immer grinsenden, freundlichen Taiwanesen. Die aber heuer keine Zeit hatten und teilweise aus den bereits verpackten Kartons ihre Waren verkauften. Fast kam es mir so vor, als wären die ganz normalen Leute, so wie du und ich, Fremdkörper auf der doch so bombastischen Eurobike.

P.S. Eins hätte ich fast vergessen. Die Modeschau war ja wohl der absolute Knaller. Elvis kam mitm BMX und das Rumgehopse hatte absolut NICHTS mit meinem heißgeliebten Radl fahren zu tun. Bitte lasst dieses Albern machen. Bitte

Gott zum Grusse
Der Revolluzzer